Die Taube auf dem Dach
V O R A N K Ü N D I G U N G
Restaurierung und Wiederauf-
führung eines verschollenen DEFA-Films
Nach dem großen Erfolg von
HÄNDE HOCH ODER ICH SCHIESSE (1966/2009) bereiten die DEFA-Stiftung und defa-spektrum die Aufführung eines weiteren DDR-Verbotsfilms vor.
DIE TAUBE AUF DEM DACH von Iris Gusner, in der DDR verboten und
jahrelang verschollen, wird am
9. September 2010 im Kino starten.
Alle Downloads zum Film und mehr gibt es hier!
DIE TAUBE AUF DEM DACH erzählt die Geschichte dreier höchst unterschiedlicher Menschen, die die Suche nach ihrem Platz in der Gesellschaft und derem Ideal vereint.
Auf einer Baustelle im Süden der DDR, wo Hunderte von Wohnungen in moderner Plattenbauweise entstehen, lernt die junge und selbstbewusste Bauleiterin Linda Hinrichs (Heidemarie Wenzel) zwei Männer näher kennen: Zum einen den Studenten Daniel (Andreas Gripp), dessen Zukunftsträumerei und Unangepasstheit ihr gefällt. Zum anderen trifft sie auf den Baubrigadier Hans Böwe (Günter Naumann), einen Zugvogel. Seinem Auftrag als Arbeiter folgend hat er an vielen Stellen der DDR neue Häuser gebaut, dabei aber sein eigenes Zuhause verloren. Linda geht ganz in ihrer Arbeit auf, doch droht sie aus Zeitmangel ihr privates Glück aus den Augen zu verlieren.
Hintergrund
Nach Beendigung des Rohschnitts wurde DIE TAUBE AUF DEM DACH 1973 in der DDR nicht zur Aufführung freigegeben.
Im Gegensatz zu anderen Verbotsfilmen gelangte das Filmmaterial
anschließend nicht ins Staatliche Filmarchiv der DDR, sondern
wurde im Studio vernichtet – übrig blieb nur eine farbige Arbeits-
kopie, die seither als verschollen gilt.
Im Zuge der Restaurierung anderer Verbotsfilme 1989/90 entdeckte der Kameramann Roland Gräf diese Arbeitskopie in der Ecke eines nicht klimatisierten Vorführraums im DEFA-Spielfilm-
studio.
Weil sie erhebliche Schichtablösungen aufwies, veranlasste er die Herstellung eines schwarzweißen Dup-Negativs sowie einer Kinokopie.
So konnte DIE TAUBE AUF DEM DACH im Oktober 1990 zwei Mal im Kino aufgeführt werden. Danach verloren sich erneut alle Spuren des gesamten Materials.
Der Regisseurin Iris Gusner wurde 1973 vorgeworfen, dass sie ein verzerrtes Bild der DDR-Realität liefere und ausschließlich Menschen in der Krise zeige.
Insbesondere die Darstellung eines erfahrenen Arbeiters als tragische Figur stieß auf heftigen Widerstand.
Obwohl sich prominente Mitglieder des Künstlerischen Rats der DEFA wie Konrad Wolf und Kurt Maetzig für DIE TAUBE AUF DEM DACH einsetzten, blieb der Film nahezu zwanzig Jahre unter Verschluss.
Nach jahrelanger Suche gelang es der DEFA-Stiftung 2009, das schwarzweiße Dup-Negativ wieder zu finden und den Film zu rekonstruieren.
Mit der Restauration und Wiederaufführung von DIE TAUBE AUF DEM DACH schließt sich
20 Jahre nach dem Mauerfall eine weitere Lücke im DEFA-Filmerbe.



